Welcher/s Sensor/Format passt für mich: APS-C oder Vollformat?

Ach, was kann man alles an Gerüchten, Halbwahrheiten und irreführenden Begriffen hören, wenn es um die Abmessungen eines Sensors einer DSLR geht. „Vollformat” kommt bei solchen Diskussionen sicher immer vor. Diese Seite soll ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Nach oben„Vollformat” - was heißt das eigentlich?

Zum ersten Mal habe ich das Wort „Vollformat” in Zusammenhang mit der Canon DSLR EOS-1Ds gehört. Der Sensor der EOS-1Ds hatte mit seinen Abmessungen von 35,8 x 23,1 mm fast die gleiche Größe wie ein Kleinbildfilm mit 24 x 36 mm.

Wenn Du heute Deine bevorzugte Suchseite mit dem Begriff „Vollformat” fütterst, werden Dir sicher Seiten zu den Themen Four-Thirds, Mittelformat, uva. angeboten. Du siehst „Vollformat” klingt zwar sehr wichtig, vielleicht sogar ein wenig professionell, aber im Grunde sagt es nix aus.

Nach obenHat ein Vollformatsensor immer eine bessere Bildqualität?

Eher ja. Dass es nicht allein auf die Größe ankommt, kennt man ja auch von anderen Dingen . Große Sensoren rauschen lange nicht so stark (oder erst bei höheren ISO-Zahlen) wie es bei kleineren Größender Fall ist. Warum ist das so?

Da sowohl die Pixel selbst als auch die jedem Pixel zur Verfügung stehende Sensorfläche größer sind als bei Kameras mit kleineren Sensoren, steht bei der Aufnahme eines Fotos auch eine größere Menge an Licht (also ein stärkeres Signal) zur Verfügung.

Nach obenHat das „Vollformat” auch Nachteile?

Ja, ein Sensor mit vollem Kleinbildformat ist nicht nur Segen, er kann auch Fluch bedeuten. Konkret können besonders im Weitwinkelbereich - im Prinzip ja eine Stärke dieser Sensorgröße - Probleme auftreten, die man mit einer APS-C-Kamera nicht hat.

Der Grund: Durch die volle Ausnutzung des Kleinbild-Bildkreises trifft auch vom äußeren Rand der Objektivlinsen Licht auf den Sensor. Die Strahlen treffen dabei naturgemäß nicht senkrecht auf die Sensorfläche, sondern aus einem mehr oder weniger flachen Winkel. Genau dies mag aber ein Bildsensor überhaupt nicht, denn jeder Sensor bringt seine Bestleistung nur mit Licht, welches (möglichst) senkrecht auftrifft.

Nach obenIst bei „Vollformat” das Sucherbild wirklich viel größer/schärfer/heller/...?

An das Sucherbild einer Vollformatkamera kommt keine DSLR mit kleinerem Sensor heran. Bedingt durch den großen Sensor sind auch die Umlenkspiegel größer, was einen überragenden „Durchblick” bringt. Dadurch wirkt das Sucherbild extrem groß und heller als bei jedem kleinerem Format.

Nach obenPros & Cons im direkten Vergleich

Nachfolgend meine subjektiven Für & Wider beim Match Kleinbild Format vs. APS-C Format.

 Kleinbild
Format
APS-C
Format
Bemerkung
Signalrauschen

+

-

Durch die geringere Pixeldichte auf dem größeren Sensor (bei gleicher Auflösung), ist beim größeren Sensor ein deutlich geringeres Bildrauschen möglich.
Sucherbild

+

-

Wie oben beschrieben, ist das Sucherbild bei APS-C Kameras kleiner und nicht so hell, was beim Beurteilen der Schärfentiefe und der Komposition des Fotos hilft.
Geschwindigkeit

-

+

Je größer der Sensor ist, desto mehr Pixel können untergebracht werden. Mehr Pixel => mehr Daten => längere Verarbeitungszeit und Übertragungszeit auf den Speicherchip.
Objektive

+

+

Für das Vollformat spricht, dass Notwendigkeit einer Umrechnung der Brennweiten entfällt. Ein 50mm-Objektiv ist wirklich eine Normalbrennweite und kein leichtes Tele. Dafür müssen die Objektive im Vollformat präziser gefertigt werden, was sie schwerer & teurer macht. Daher auch ein Punkt für das APS-C Format.
Baugröße / Gewicht

-

+

Ein größerer Sensor braucht natürlich auch mehr Platz - no na. Auch sind Objektive, welche speziell für das APS-C Format berechnet sind, i.d.R. kleiner und leichter als Kleinbild-Optiken.
Preis

-

+

Auch wenn die Preise fast täglich fallen, Vollformat-Bodies sind derzeit leider ein ziemlich teurer Spaß.
Summe

3

4

Knappe Entscheidung - ich bleibe beim APS-C Format.

 

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